Wahrnehmungen und Ansichten

Zwei Kinder diskutieren über die Sonne. Konfuzius geht vorbei.

Ein Kind sagt: „Die Sonne ist am frühen Morgen weit weg und steht uns gegen Mittag näher.“ „Nein“, sagt das andere Kind: „Die Sonne steht uns am frühen Morgen näher und ist gegen Mittag weit weg.“

„Warum ist die Sonne am frühen Morgen weit weg?“ fragt Konfuzius das erste Kind.

„Die Sonne ist wie ein Ofen: Je näher man am Ofen steht, desto wärmer ist es, je weiter man vom Ofen weg ist, desto kälter ist es. Am frühen Morgen ist es kälter, gegen Mittag ist es wärmer, deshalb ist die Sonne am frühen Morgen weiter von uns weg.“

„Warum ist die Sonne gegen Mittag weit weg?“, fragt Konfuzius das zweite Kind.

„Die Sonne ist wie ein Teller: Je näher der Teller vor uns steht, desto größer sieht er aus; je weiter der Teller von uns weg ist, desto kleiner sieht er aus. Die Sonne ist am frühen Morgen größer, gegen Mittag ist sie kleiner, deshalb ist die Sonne gegen Mittag weiter von uns weg.“

Konfuzius ist vor Staunen sprachlos.


Die Wahrnehmungen und Ansichten können so unterschiedlich geprägt, aber in ihrer Logik gleichermaßen stimmig sein wie die Geschichte hier. Die unterschiedlichen Ansichten führen auf individuellen ressourcenreichen Erfahrungen zurück. Wenn Menschen offen und flexibel aufeinander zugehen, können sie vielfältige erweiterten Lösungsansätze finden. Manchmal brauchen sie in einer festgefahrenen Situation einen Dritten bzw. Vermittler, der wie ein exzellenter Brückenbauer zwischen diversen Welten agiert, um gute Kommunikation zu ermöglichen.











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